Dezentrale Heizsysteme: Warmlufterzeuger und Gas-Infrarot-Strahlungsheizungen weiterhin vollumfänglich einsetzbar!

Im Focus der ErP: Umweltbewusste Produktgestaltung und Effizienzsteigerung

Mit der Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) hat die EU als Vorreiter in Sachen Klimaschutz den europäischen Rechtsrahmen für die Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung und Energieeffizienzkennzeichnung energieverbrauchsrelevanter Produkte (Energy related Products - ErP) vorgegeben.

Die ErP-Richtlinie besagt, dass vorgegebene Mindestanforderungen u. a. in puncto Energieeffizienz erfüllt werden müssen. Verordnungen für bestimmte Produktgruppen ("Lots") legen die verbindlichen, produktgruppenspezifischen Mindestanforderungen sowie einen zeitlichen Rahmen fest.


Kontakt

Fachbereich Gas - Referent
Dipl.-Ing. Werner Born

0221-37668-32
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Einführung der ErP-Mindesteffizienz beschleunigt den technologischen Fortschritt

Alle Hersteller sind seit dem 1.1.2018 an ein einheitliches Test- und Messverfahren gebunden, mit dem der Wirkungsgrad des Heizsystems ermittelt und angegeben werden muss. Heizungen arbeiten im Schnitt 85% im Teillastbetrieb, also in den Übergangszeiten, und nur etwa 15% im Volllastbetrieb.

Die Kommission hat dies erkannt und bei der Festlegung der Mindesteffizienz mit der sogenannten "Saisonalen Energieeffizienz" berücksichtigt. Modulierend regelbare Heizgeräte mit Verbrennungsluftanpassung in der Teillast gewinnen auch deshalb an Bedeutung. Dieser Vorteil wird zusätzlich die Optimierung der Systeme antreiben.


Die Mindesteffizienz "Saisonale Energieeffizienz 2018 beträgt für:

Warmlufterzeuger
  72%
Dunkelstrahler
  74%
Hellstrahler
  85%


Die Heizsysteme fast aller figawa-Mitglieder der Arbeitskreise Warmlufterzeuger und Gas-Infrarot-Strahlungsheizung erfüllen jetzt schon bzw. übererfüllen deutlich die geforderte Mindesteffizienz.

Warmlufterzeuger

Der Brenner erhitzt die angesaugte Luft. Die Heißluft wird im Wärmetauscher temperiert und gezielt in gewünschte Richtungen ausgeblasen. Durch Nutzung der Kondensationswärme im Abgas (Brennwerttechnik) wird Energie eingespart und die Effizienz deutlich gesteigert.

Dunkelstrahler

Die Wärmestrahlung wird durch die heißen Strahlrohre emittiert, gedämmte Reflektoren richten gezielt die Wärmestrahlung in die gewünschte Richtung. Optionale Brennwerttechnik entzieht dem Abgas der Dunkelstrahler die Restwärme zur weiteren Nutzung.

 

Hellstrahler

Die Wärmestrahlung wird durch die glühende Keramikfläche emittiert, in der das Gas/Luftgemisch verbrennt. Speziell gedämmte Reflektoren lenken das Maximum der Wärmestrahlung in die gewünschte Richtung.

ErP schafft Markttransparenz durch objektiv vergleichbare Produktleistungsangaben

Durch Angabe des einheitlich ermittelten Wirkungsgrades erhalten Planer, Handwerk und Hallenbetreiber hohe Sicherheit für die bestmögliche Produktauswahl, da jetzt erstmals Markttransparenz entsteht und damit ein Produktvergleich zur Effizienz möglich wird. Das auch in der ERP-Richtlinie angeführte Labeling entfällt für dezentrale Heizsysteme, da diese ausschließlich vom Fachhandwerker eingebaut werden und sich nicht an den privaten Verbraucher richten.

Ein Ausblick auf das kommende Gebäudeenergiegesetz - GEG

In Gebäudeenergiegesetz (GEG) wird das Energieeinsparrecht für Gebäude strukturell neu konzipiert und vereinheitlicht. Es führt das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, EEWärmeG) zusammen. Zweck dieses Gesetzes ist ein möglichst sparsamer Einsatz von Energie in Gebäuden einschließlich einer zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Wärme und Kälte. Der Referentenentwurf liegt vor. Mit der Verabschiedung und dem Inkrafttreten wird im Laufe des Jahres 2019 gerechnet. Auch hierin werden dezentrale Hallenheizsysteme wieder wegen ihrer Effizienz und CO2-Reduktion besonders gewürdigt und berücksichtigt.

Dezentrale Hallenheizsysteme sind also bestens für die Zukunft gerüstet!