Bereits im Oktober 2016 veröffentlichte die EU Kommission ihr Arbeitsprogramm für 2017, welches einen Gesetzgebungsvorschlag zu qualitativen Mindestanforderungen für wiederverwendetes Wasser und eine Überarbeitung der Trinkwasser-Richtlinie im Nachgang zur REFIT-Evaluierung und zur europäischen Bürgerinitiative „Right2Water“ beinhaltet.
Dabei hatte der Evaluierungsprozess der sog. Drinking Water Directive (DWD) klar ergeben, dass die DWD zu einer deutlichen Verbesserung der Trinkwasserqualität in der EU, jedoch bisher nicht zur Entwicklung eines konkreten und harmonisierten Bewertungsrahmes für die hygienische Sicherheit von Materialien und Produkten im Kontakt mit Trinkwasser innerhalb der EU geführt hat.
Studie der EU Kommission zu Materialien im Kontakt mit Trinkwasser veröffentlicht
Die Wasserwirtschaft und die Hersteller von Materialien und Produkten, die mit Trinkwasser in Berührung kommen, warten weiterhin auf einen einheitlichen und kohärenten europäischen Rahmen, der Artikel 10 der Trinkwasserrichtlinie (98/83 EG) in angemessener Weise anspricht. Im Evaluierungsprozess der Trinkwasserrichtlinie wurde Artikel 10 als Schwachstelle der Rechtsvorschriften identifiziert und eine spezifische Studie zu Materialien im Kontakt mit Trinkwasser eingeleitet und den finalen Report mit dem Titel “Support to the implementation of the DW Directive - Study on materials in contact with drinking water : final report” im März 2017 veröffentlicht.
Die von der figawa durchgeführte Studie zu den Prüf- und Zertifizierungskosten für Produkte im Kontakt mit Trinkwasser leistete hierbei einen wichtigen Beitrag und machte die wirtschaftliche Relevanz dieser Thematik deutlich. Dies zeigt auch die mehrfache Nennung der Studie und der figawa in diesem Zusammenhang.
Des Weiteren veröffentlichte die Kommission einen Verbraucherleitfaden zum Umgang mit Materialien im Kontakt mit Trinkwasser.
Ein für Ende 2017 angekündigter Vorschlag der EU Kommission zur Revision der Drinking Water Directive wird die Ergebnisse und mögliche Lösungsansätze konkret ansprechen.