Hygiene und Sicherheit in modernen Gebäuden

Die europäischen Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPDB)

Das Europäische Parlament stimmte im ersten Quartal 2018 einer überarbeiteten europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) zu. Die überarbeitete Ausgabe betont in verschiedenen Artikeln die Bedeutung von Energieeffizienz, Gesundheit und Sicherheit sowie transparenter und objektiver Information der Nutzer über die Gesamtenergieeffizienz der Gebäude.

Informationen der EU-Kommission "Energy performance of buildings"

Während die EPBD 2018 einen Trend zur Nutzung erneuerbarer Energien für Gebäude fördert, bleiben die oben genannten Themen aus zwei Gründen wichtig:
 

  • Fossile Energieträger werden noch für eine gewisse Zeit eine Rolle spielen, da Alternativen nicht in der Lage sein werden, die Nachfrage in kurzer Zeit zu decken.  
  • Andererseits wird die Nutzung von Gas aus erneuerbaren Energien zunehmend an Bedeutung gewinnen, was die Unterstützung aller oben genannten Maßnahmen für Effizienz und Sicherheit erfordert.

Kontakt

Fachbereich Gas - Referent
Dipl.-Ing. Werner Born

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Gesundheit und Sicherheit in der EPDB

EPBD Artikel 7 erwähnt die Notwendigkeit, Gesundheits- und Sicherheitsaspekte in Gebäuden zu berücksichtigen, die einer größeren Renovierung ihrer Heizsysteme unterzogen werden. Der Einsatz von fossilen Brennstoffen und Gasen für Heizungsanlagen in Gebäuden erfordert die Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten bei allen Sanierungsvorhaben. Dies gilt umso mehr, wenn andere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden, wie z.B. die Sanierung der Gebäudehülle, parallel durchgeführt werden.

Gesundheits- und Sicherheitsaspekte werden durch eine umfassende Betrachtung aller Komponenten einer Heizungsanlage abgedeckt.

Dazu gehören

  • Brennstoffzufuhr und Dichtheit der Leitungen
  • Die Verbrennungsluftzufuhr 
  • Das Heizsystem selbst mit Minimierung von CO im Verbrennungsprozess
  • Das Rauchgasabzugssystem

Regelmäßige Inspektionen und kontinuierliche Kontrollen sind in der Lage, die Ziele der EU Strategie für sichere Energiesysteme mit geringen CO2-Emissionen und einem hohen Schutz der menschlichen Gesundheit während des gesamten Lebenszyklus einer Heizungsanlage zu erreichen.

Regelmäßige Inspektionen sorgen für Sicherheit

Eine zentrale Rolle wird durch die EPBD Artikel 14 der angemessenen Überprüfung der Energieeffizienz des Gebäudes zugewiesen. Diese Inspektionen werden für Geräte über 70 kW festgelegt und umfassen alle Aspekte der Energieeffizienz.

Da das Ergebnis dieser Inspektionen Auswirkungen auf Sanierungsmaßnahmen, finanzielle Maßnahmen und Nutzerinformationen hat, ist es unerlässlich, dass diese Inspektionen auf objektiven und zuverlässigen Kriterien beruhen.  Dazu gehören die Ermittlung der Verbrennungsenergieverluste und des Wirkungsgrades sowie die Durchführung des hydraulischen Abgleichs und der Heizungskontrolle.

Regelmäßige Inspektionen bestehender Gebäude und Heizsysteme werden die Effizienz des Gebäudebestands kurzfristig verbessern. Regelmäßige Inspektionen zur Überprüfung der Dichtheit von Gasleitungen und Rauchgasabzugsanlagen sowie die Überwachung der CO-Minimierung bei der Verbrennung sind unerlässlich, um das geforderte Sicherheitsniveau aufrechtzuerhalten. Voraussetzung für objektive Ergebnisse der regelmäßigen Inspektionen ist die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Installateure.

Kontinuierliche Kontrolle

Neben "passiven" Elementen wie der Aufwertung der Gebäudehülle müssen auch "aktive" Maßnahmen, wie z.B. die Regelung von Heizungsanlagen, umgesetzt werden. 
Kontinuierliche Verbrennungsregelung und -optimierung reduziert Effekte wie z.B. unterschiedlichen Luftbedarf Feuerungssystemen. Der Wirkungsgrad wird erhöht und gleichzeitig die Emissionen (CO2) und Schadstoffe (CO) reduziert. 

Als sicherheitsrelevante Komponenten erhöhen die Abgassensoren das bereits hohe Sicherheitsniveau der Gasanwendungen sowie die Anlagenverfügbarkeit und Lebensdauer. Damit tragen sie zur Ressourcenschonung und zum Umweltschutz bei.

Smartness-Indicator

Bei Neubauten und größeren Umbauten wird der Einsatz von intelligenten Zählern, Gebäudeautomations- und Steuerungssystemen erwartet. Diese Anlagen geben eine transparente Rückmeldung über den Zustand und die Energieeffizienz des Systems.

Regelmäßige Inspektionen und kontinuierliche Kontrollen tragen dazu bei, die Effizienz, den Betrieb und die Zuverlässigkeit eines Smartness-Indicators zu verbessern.  Die Erstinspektion dient zum Einrichten, Einstellen und Überprüfen der intelligenten Einsatzbereitschaft einer Anlage und unterstützt die Inbetriebnahme von intelligenten Sensoren auf Basis von Messungen vor Ort. Dies könnte zu einer deutlichen Verbesserung der Energieeffizienz durch die intelligenten Sensoren führen.
 

Informationen für Bauherren

Artikel 20 der EPBD 2018 betont die Bedeutung der Information der Eigentümer und Mieter über Zweck und Ziele kosteneffizienter Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Diese Informationen basieren auf Energieeffizienzausweisen, die auf der Grundlage zuverlässiger und objektiver Messungen erstellt werden müssen. Nur Sanierungsempfehlungen auf der Grundlage eines solchen Energieausweises führen zu einer wirksamen Umsetzung dieser Maßnahmen. 

Etablierte Messungen für Energieausweise umfassen die Effizienzanalyse (unter Berücksichtigung des Heizwertes), den Heizungs-Check sowie die Überprüfung der Raumluftqualität (Gaszusammensetzung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit).

Der figawa-Arbeitskreis Sensorik setzt sich als Ziel, dass die nationalen Implementierungen der EPBD in der EU die Bedeutung von Gesundheit und Sicherheit in den energieeffizienten Gebäuden anerkennen und wirksam berücksichtigen.

Aktives figawa-Gremium