Ozon in der Wasseraufbereitung

Vielfältig einsetzbar gegen Keime und organische Verunreinigungen

Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel. Aufgrund dieser Eigenschaft findet Ozon breite Anwendung in der Wasseraufbereitung, sowohl in der Trinkwasseraufbereitung, der Schwimmbeckenwasseraufbereitung aber auch in der Aquaristik entfaltet Ozon eine desinfizierende Wirkung auf organische Verbindungen und entfernt wirksam Bakterien und Viren. Die durch das Ozon zersetzten Verbindungen sind biologisch abbaubar und das nach der Zersetzungsreaktion unverbrauchte Ozon zerfällt selbstständig zu Sauerstoff. Auch zur Luftreinigung werden Ozon-Generatoren eingesetzt.


Kontakt

Fachbereich Wasser - Referent
Dipl.-Ing. (FH) Aharon Weiß, M.Sc.

0221-37668-53
E-Mail

Advanced Oxidation Processes (AOP)

Bei sogenannten Advanced Oxidation Processes, kurz AOP, wird Ozon zur Abwasserbehandlung eingesetzt. Schwer oder nicht abbaubare Verbindungen werden dort in stabile, abbaubare Verbindungen überführt. Weitere Anwendungsbereiche sind die Oberflächenbehandlung in der Produktion um Verunreinigungen zu entfernen oder die Polarität vor dem Lackieren zu erhöhen. 

Aufgrund der Unbeständigkeit des Ozons ist es erforderlich, dass es direkt am Ort seiner Anwendung, in-situ, hergestellt wird. Ozon entfaltet eine biozide Wirkung und gilt damit als Biozidprodukt gemäß der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (BiozidVO) und ist zulassungspflichtig.

 

Normung für Ozonerzeugungsanlagen

Die entsprechende Norm für Ozonerzeugungsanlagen DIN 19627 wurde umfangreich unter Federführung der Mitglieder des figawa Arbeitskreises Ozon überarbeitet und erschien Anfang 2018 mit neuem Titel "Ozonerzeugungsanlagen zur Wasserbehandlung". 

Zur Unterstützung des Zulassungsverfahrens gemäß BiozidVO und zur Vereinheitlichung der Anforderungen an Ozonerzeugungsanlagen in Europa erarbeiteten die Mitglieder des Arbeitskreises Ozon einen europäischen Normentwurf basierend auf der deutschen DIN 19627.

Der Entwurf wurde bei den entsprechenden europäischen Gremien vorgestellt, um darauf basierend eine europäische Norm zu entwickeln - mit Erfolg. 2019 beschloss das übergeordnete europäische Normungsgremium CEN TC 164 "Water supply" die Gründung einer eigenen Working Group für die Normung von In-Situ-Anlagen - die neue WG 16 "In-situ generating and dosing devices of biocides for water treatment". Hier soll nun eine Reihe von Europäischen Normen für die In-Situ-Erzeugung bzw. die Dosierung von Bioziden zur Wasserbehandlung erarbeitet werden, u.a. auch für Ozon.

Als deutsches Spiegelgremium konsoldierte sich ein eigenständiger Arbeitskreis beim DIN, der NA 119-07-13-01 AK "EN für Anlagen zur In-Situ-Erzeugung und Dosierung von Bioziden zur Wasserbehandlung"

Aktives figawa-Gremium